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Von Detroit nach Graz
Porträt von Kathryn List, Stifterin der AVL Cultural Foundation, Maecenas Preisträgerin 2019

Geboren 1954, wuchs Kathryn List in Detroit auf, der amerikanischen Autostadt schlechthin, von der sie heute sagt: „Sie zeichnete sich dadurch aus, dass sie durch Höhen und Tiefen gegangen ist – Detroit breeds survivors“. Ihre Eltern ließen sich schon früh scheiden. So wuchs Kathryn bei ihrer Mutter auf, die die musische Begabung ihrer Tochter bald erkannte und mit Balletstunden und Violinunterricht förderte. Schon in der High School trat sie dem Theaterverein der Schule bei. Sie legt auch heute noch Wert auf diese ersten kulturellen Erfahrungen, denn sie ist überzeugt, dass es dieser „kulturelle Drive“ war, der noch Jahrzehnte später vielen ihrer Entscheidungen im Leben Form gegeben hat. Mehr noch: Die Gemeinschaft der Kulturschaffenden gab ihr damals so etwas wie Stabilität und die ersten öffentlichen Auftritte schulten ihre Sicherheit und Zuversicht. Beides sollte sie schon sehr bald gebrauchen können, denn es dauerte nicht lange, bis die kulturhungrige junge Frau ihren Weg in die lokale Kleinkunstszene fand. Hilfsbereit, kommunikativ, zupackend und liebenswürdig war sie schon damals. Solche Menschen fanden in der Kulturszene der sterbenden Autostadt rasch einen Job, vorausgesetzt sie konnten das, was Theaterleute damals brauchten: Geld organisieren für kulturelle Projekte.

DOI: https://doi.org/10.37307/j.2366-2913.2020.03.08
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 2366-2913
Ausgabe / Jahr: 3 / 2020
Veröffentlicht: 2020-06-23