Diversifikation gilt seit Jahrzehnten als zentrales Sicherheitsprinzip der Stiftungsanlage. In zunehmend vernetzten Kapitalmärkten verliert sie jedoch in Stressphasen einen Teil ihrer Schutzwirkung. Der Beitrag zeigt in zwei Teilen, warum Streuung allein kein ausreichendes Risikokonzept für gemeinnützige Stiftungen darstellt. Während Teil 1 die Grenzen der Diversifikation und die besondere Verantwortung von Stiftungen beleuchtet, analysiert Teil 2 steigende Korrelationen als häufig unterschätzten Risikofaktor. Daraus werden konkrete Anforderungen an ein aktives, governance-gerechtes Risikomanagement abgeleitet, das den langfristigen Kapitalerhalt und die Förderfähigkeit nachhaltig sichert.
Wie Teil 1 gezeigt hat, stößt Diversifikation dort an Grenzen, wo Risiken nicht mehr isoliert auftreten, sondern systemisch wirken. Ein zentraler Mechanismus hinter diesem Phänomen sind steigende Korrelationen zwischen Anlageklassen. Korrelationen beschreiben, wie stark sich Wertentwicklungen verschiedener Anlagen gemeinsam bewegen. In stabilen Marktphasen sind diese Zusammenhänge häufig gering oder instabil. In Krisen jedoch ändern sich die Rahmenbedingungen abrupt: Liquidität verknappt sich, Risikoaversion steigt, Kapital wird global umgeschichtet. Die Folge sind stark ansteigende Korrelationen über Anlageklassen hinweg.
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2366-2913 |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-06-11 |
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